BARON UND BARONIN

Die dynamische Geschichte und Auswirkung von Baronien

Baron ist in verschiedenen Adelsfamilien in Europa einer der niedrigsten Titel. Eine Baronin ist der Begriff für einen weiblichen Baron. Der Titel und die häufige Assoziation mit Baronien haben sich im Laufe der Jahrhunderte dramatisch verändert und der Titel ist oft hereditär.

 Etymologie der Begriffe Baron und Baronin

Der Begriff Baron kann auf das lateinische Wort „baro“ zurückgeführt werden, dass sich auf einen männlichen Diener, Söldner oder Soldaten bezieht. Das Wort „barus“ im salischen und alemannischen Recht lässt sich ebenfalls auf das moderne Wort Baron zurückführen. Barus bezieht sich auch auf einen Söldner oder Mann ähnlichen sozialen Ranges. Barus kann bis in das 7. Jahrhundert auf das griechische Wort βαρύς zurückgeführt werden, das wörtlich übersetzt „schwer“ bedeutet. Vermutlich wurde das Wort mit der schweren und harten Arbeit der Söldner in Verbindung gebracht.
Die erste Instanz des Begriffes Baronin wurde auf gallische Dokumente zurückgeführt, die im ersten Jahrhundert entdeckt wurden. Ursprünglich wurde ein weiblicher Baron aufgrund des lateinischen Wortes bāro fälschlicherweise als „dunce“ (deutsch: ugs. Dummkopf) übersetzt. Andere vermuten, dass das Wort Baronin tatsächlich von einer unbekannten keltischen Quelle stammt. Allerdings gibt es nicht genügend Beweise, die diese Behauptungen ausreichend unterstützen.

Historische Änderungen und Trends des Titels des Barons

Im Königreich England wurde der Titel Baro und Baronis im Mittelalter zur Identifikation eines Lehnsherren (per Baroniam in Latein) verwendet, der durch die Feudalherrschaft der Baronie Landbesitz hielt. Frühe normannische Könige mit Landbesitz hatten das Recht, am Magnum Concilium oder dem Great Council teilzunehmen. Im 13. Jahrhundert wurde der Great Council das Parlament von England. Feudale Baronen waren veraltet, was sie in England bis heute noch sind. Statt eines Titels, der Rechte und Befugnisse kennzeichnet, hält der Titel des Barons den Adelsstand fest.

 Barone als Normalbürger und Soldaten während des angelsächsischen England und William I

William I führte den Rang des Barons in England ein, um herauszufinden, welche Leute ihm unter dem Feudalsystem Treue geschworen hatten. Dadurch wurde der Barontitel durch andere Adelstitel wie dem Lord-Titel abgelöst. William I verwendete das Konzept der Barones Regis oder „Barone des Königs“ aus dem angelsächsischen England. Im angelsächsischen England waren Barone des Königs verpflichtet am Militärdienst teilzunehmen und dem Rat des Königs beizuwohnen. Freiherren waren im Wesentlichen Normalbürger und wurden als solche von höheren Adligen wie Earls of Chester oder den Bischöfen von Durham bezeichnet. Sie bezeichneten ihre Lehensherren häufig als Barone, während kleinere Magistrate ihre Lehensherren einfach als „Männer“ bezeichneten.





Höhere und niedrigere Barone unter Henry II

Barone begannen sich unter König Henry II von einer Peergroup zu einer stratifizierten Klasse zu differenzieren. Ursprünglich besaßen alle Landbesitzer, die aufgrund geleisteten Militärdienstes vom König Land bekamen den Titel eines Barons. Vom Graf absteigend. Der Dialogus de Scaccario zeichnete Barone aus, die per Status vom Ritterdienst niedrigerer Barone Land besaßen und als freie Männer galten. Die Titel des Lords und Barons begannen sich zu überschneiden. Jedoch würde ein Landherr den Titel des Barons nicht verwenden.

Der Einfluss der Magna Carta und der gewählten Vertreter auf höhere und niedrigere Barone

Der Fall von Thomas Becket im Jahr 1164 war der Auslöser für die Ausübung von persönlichen Vorladungen höherer Barone zur obligatorischen Anwesenheit beim King`s Council, was zunächst in das Parlament und später in das House of Lords umgewandelt wurde. Die Magna Carta beinhaltete eine Vereinbarung darüber, dass niedrigere Barone eine einzige Vorladung als Gruppe erhalten sollten und diese Gruppe würde eine Anzahl an Vertretern wählen, die in ihrem Namen handeln würden. Aus den gewählten Vertretern entstanden später die Knight of Shire, die von den County Courts gewählt wurden. Eine deutliche Unterscheidung wurde zwischen Barone und Normalbürger gemacht. Das System, das von den Knights of Shire und dem vorsitzenden Sheriff entwickelt wurde, war der Vorläufer des House of Commons. Letztendlich verloren höhere Barone aufgrund der Einführung eines demokratischen und umfassenden Regierungssystems in mehreren europäischen Ländern rechtliche Privilegien und Ansehen.

Entstehung neuer Baronien und der Untergang der feudalen Baronien

Die feudale Baronie wurde weitgehend durch Vorladungen ersetzt, die ausgewählte Personen zur Teilnahme am Parlament verpflichteten. Patentbriefe sind in der Neuzeit die einzige Methode, um Barone zu schaffen. Baronien beziehen sich zudem nicht mehr auf landbesitzende Einzelpersonen. Prestige- und Machttitel in Zusammenhang mit feudaler Baronie wurden zunehmend veraltet. Mit dem Abolition Act von 1660 wurden diese Titel offiziell in Baronien umgewandelt.
Zusätzlich wurden feudale Baronien obsolet ohne den Einsatz von Rechtskraft, nachdem der Modus Tenendi Parliamenta von 1419, der Tenures Abolition Act von 1660, der Feudal Tenure Act von 1662 und der Fines and Recoveries Act von 1834 umgesetzt worden waren. Alle Baronien wurden Baronien des freien Frondienstes, bei dem monetäre Mietzahlungen erforderlich waren.

Baronien im 20. Jahrhunderts in England und Schottland

Im 20. Jahrhundert führte Großbritannien das Konzept der nichterblichen Peerage- und Prestige- oder Life-Peers-Titel ein. Bis heute tragen alle Personen mit dieser Auszeichnung den Titel Baron oder Baronin. Erbliche Peers werden jedoch laut Tradition als „the Noble Lord“ adressiert, genau so wie nichterbliche Peers. Baronien werden oftmals als Nebentitel oder Ehrentitel für bedeutende Persönlichkeiten verwendet. Der schottische Barontitel wird üblicherweise verwendet, wenn eine zugereiste Familie keinen britischen Adelstitel höheren Prestiges oder Ranges besitzt. Ein weiterer häufiger Grund für die Verwendung von Baronien ist aus Höflichkeit für den Nachkommen eines höherrangigen Peers wie den eines Earls. Moderne Barone erhalten einen Titel, um die Tradition zu ehren und den Adelsstand anzuerkennen, anstatt zusätzliche Rechte zu gewähren.

Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Baronie im Vereinigten Königreich

Die Entwicklung der Baronien ist unter verschiedenen Titel in Europa ausgeprägt. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Barone von Normalbürgern über geschätzte Regierungsvertreter bis hin zu bedeutenden Persönlichkeiten entwickelt. Derzeit genießen Barone und Baroninnen eine einzigartige Anerkennung von Peers und keinen Adelstitel. Größtenteils haben moderne Baronien eine reiche Vergangenheit, die sich vermutlich im Vereinigten Königreich über das 21. Jahrhundert hinaus weiterentwickeln wird.


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